Hunger vs. Appetit

Beim Anblick eines solchen Bildes läuft den meisten Menschen das Wasser im Mund zusammen. Dann dauert es nicht lange und wir versuchen so schnell wie möglich etwas essbares zwischen die Finger zu bekommen. Doch haben wir dann wirklich Hunger oder handelt es sich eher um Appetit? Und wo liegt da überhaupt der Unterschied?

Im heutigen Sprachgebrauch wird das Wort Hunger häufig fälschlicherweise auch für Appetit genutzt. Wie z.B. in Sätzen, wie: "Worauf hast Du heute Hunger?" oder "Ich habe Hunger auf Schokolade". Dabei handelt es sich bei Hunger und Appetit um zwei sehr unterschiedliche Dinge.

Hunger wird durch innere Reize ausgelöst. Wenn der Magen leer oder unser Blutzuckerspiegel niedrig ist, oder wenn wir dringend Nährstoffe benötigen, macht sich dies körperlich bemerkbar, z.B. durch Magengrummeln, Nervosität oder auch Aggressivität. Dem Gehirn wird dann signalisiert, dass wir etwas essen sollten. Es liegt also ein physiologisches Verlangen nach Nahrungsmitteln vor. Über das Gefühl von Hunger soll sichergestellt werden, dass der Körper mit ausreichend Energie und Nährstoffen versorgt wird. Hunger ist deshalb was die Lebensmittelwahl betrifft weniger zielgerichtet. Es gibt nur wenige Lebensmittel, die wir bei großem Hunger nicht essen würden. Es gilt: egal was, Hauptsache essbar.

Beim Appetit sieht das schon ganz anders aus. Wir haben dann das Verlangen nach einem ganz bestimmten Lebensmittel oder einer bestimmten Lebensmittelgruppe. Denn beim Appetit handelt sich im um ein psychologisches Verlangen. Auslöser für Appetit sind häufig Sinnesreize. Der Duft von frischgebackenen Brötchen, der Anblick eines leckeren Nachtischs oder auch Gewohnheiten, wie Popcorn im Kino oder die Chips beim Fernsehen, all dies kann Appetit auslösen und uns dazu verleiten zu essen, ohne dass unser Körper diese Nahrungszufuhr braucht.

Die Aufnahme von Nährstoffen und das Stillen von Hunger steht beim Appetit also weniger im Vordergrund. Dies hat oft fatal Auswirkungen auf unser Gewicht und unsere Gesundheit. Deshalb haben wir ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, falls Dich mal wieder der Appetit überkommt.

Vorerst ist es natürlich wichtig, dass Du erkennst, ob Du gerade Hunger oder Appetit hast. Sei deshalb aufmerksam und versuch zu spüren, wie sich Dein Körper anfühlt. Halte einen Moment inne und hör in Dich hinein. Fühlt sich Dein Magen leer an? Bist Du gerade sehr gestresst oder versuchst negative Emotionen mit einer Nascherei zu verdrängen? Es gibt viele Achtsamkeitsübungen, die Dir helfen können die Wahrnehmung zu stärken.

Oft hilft es auch, wenn Du Dich daran erinnerst, wieviel und wann Du das letzte Mal gegessen hast, um zu verstehen, ob es sich schon um Hunger handeln kann.

Nicht selten tauchen Hunger und Appetit jedoch zusammen auf, denn je hungriger wir sind, desto anfälliger sind wir für äußere Reize und desto schneller geben wir nach. Deshalb ist es hilfreich auf Lebensmittel zurückzugreifen, die lange sättigen. Hierzu zählen vor allem Ballaststoffreiche Lebensmittel, wie z.B. Vollkornproduckte, Hülsenfrüchte und Nüsse.

Pfefferminztee oder auch Zitronenwasser gelten übrigens als natürliche Appetitzügler.

Wenn Dich der Appetit nur aus Langeweile oder Frust packt, hilft es, Dich mit etwas andrem als Essen abzulenken. Mach z.B. einen Spaziergang in der Natur oder triff Dich mit guten Freund*innen. Damit lässt sich auf lange Sicht die Stimmung viel besser aufhellen, als mit Naschereien.

Natürlich ist es auch absolut legitim gelegentlich einfach mal etwas zu essen, weil es so lecker aussieht, so lecker schmeckt oder sich gerade schlechte Laune bemerkbar macht. Gut ist es jedoch, wenn man sich darüber bewusst ist warum man gerade ist und wenn Essen aus bloßem Appetit zu einer Ausnahme wird.

 

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