Soja: Superheld oder Bösewicht?

Seit einigen Jahr(zehnt)en erfreut sich die vegetarische und vegane Ernährungsweise immer größerer Beliebtheit. Im Zuge dessen steigt auch die Nachfrage nach Fleischersatzprodukten. Denn die meisten Verbraucher reduzieren aufgrund ethischer oder ökologischer Aspekte ihren Fleischkonsum, möchten aber nicht auf den Geschmack verzichten. So erfuhr die Produktion von Fleischersatzprodukten in deutschen Unternehmen im Jahr 2020 einen Zuwachs von satten 39%. Genau hier nimmt Soja einen wichtigen Stellenwert ein, so bildet es die Basis der meisten pflanzlichen Alternativen.

Auch wir setzen in unserem Minutenbrot bewusst Soja in Form von Sojaschrot und Sojaeiweißisolat ein. Hierbei dient es als wichtige Zutatenkomponente, welche viele Vorteile mit sich bringen kann.

Aber was ist Soja überhaupt?

Mit Soja sind streng genommen die Sojabohnen gemeint. Vor allem im asiatischen Raum sind sie ein wichtiger Bestandteil der Ernährung und gehören zur Familie der Hülsenfrüchte. Die Verarbeitung von Soja ist nahezu endlos: So kommt es als Tofu, als Fleischersatzprodukt, als Sojasauce, als Milch-und Joghurtalternative, als Proteinpulver oder auch als Sojamehl auf den Markt. Vielleicht ist dem ein oder anderen auch die Sojabohne als „Edamame“ in Restaurants bekannt. Die vietnamesische Vorspeise besteht aus unreif geernteten Sojabohnen, die mit Salz getoppt serviert werden.

Trotzdem tauchen immer wieder negative Meldungen über schädigende Wirkungen von Soja auf den Körper oder unsere Umwelt auf. „Enthaltene Östrogene reduzieren die Fruchtbarkeit der Männer.“, so heißt es, oder: „Soja ist verantwortlich für die Abholzung des Regenwaldes.“  Erstaunliche Fakten oder reine Ammenmärchen?

Wir schauen uns die Mythen rund um die Sojabohne einmal genauer an und zeigen, was Soja wirklich kann- und was nicht.

 

Ist Soja gesund oder ungesund?

Klare Antwort: Gesund! Sojaprodukte überzeugen durch ihren sehr hohen Eiweiß- und Nährstoffgehalt bei einem niedrigen Fett-und Cholesteringehalt. Die biologische Wertigkeit von Sojaprotein ist enorm hoch, wodurch der Körper es ideal verwerten kann. Natürlich gilt wie für alle Lebensmittel- in Maßen und nicht in Massen essen. Die FDA (U.S. Food and Drug Administration) gibt einen täglichen Richtwert von ca. 25g Sojaprotein an, das entspricht ca. 300g Tofu bzw. 800ml Sojamilch - deutlich mehr als eine normale Portion also.

Es eignet sich also als ideale proteinreiche Ergänzung in einer ausgewogenen Ernährung.

Kurz gesagt: Wieso solltest du Soja essen?

  • Hoher Proteingehalt
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • Viele Ballaststoffe
  • Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Eisen

 

Mythos oder Fakt: Ist Soja schlecht für die Umwelt?

Mythos und Fakt! Die Aussage, dass Sojaanbau für die Zerstörung des wertvollen Regenwaldes verantwortlich ist, stimmt. ABER: Dem erhöhten Sojakonsum im Rahmen einer pflanzlichen Ernährung darf nicht die Schuld gegeben werden. Denn was die wenigsten wissen: 80% des angebauten Sojas werden für Futtermittel in der Massentiernahrung verwendet. Nur ein sehr geringer Teil dient der Ernährung des Menschen. Wir würden also unseren Regenwald mehr schützen, wenn wir unseren Fleischkonsum minimieren. Denn das benötigte Soja als Futter für die Nutztierhaltung ist der eigentliche Täter der Regenwaldzerstörung.

 

Mythos oder Fakt: Soja ist krebserregend.

Die Studienlage ist noch nicht eindeutig, jedoch zeichnen sich eher positive Effekte im Rahmen eines hohen Sojakonsums ab. Die Tendenz zeigt: Menschen mit hohem Sojakonsum weisen ein geringeres Risiko für Prostatakrebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Auch bei Brustkrebs kann Entwarnung gegeben werden: Die Ernährungsgesellschaften sind sich einig, dass Sojaprodukte das Brustkrebsrisiko nicht erhöhen. Auch dort zeichnen sich in den Forschungsergebnissen eher protektive Effekte ab, insbesondere bei einem moderaten Sojakonsum bereits im jungen Alter.

 

Mythos oder Fakt: In Soja steckt Gentechnik

Mythos und Fakt. Gentechnik spielt bei Soja eine wichtige Rolle- allerdings vor allem in der Futtermittelproduktion für die Tierhaltung.

In Europa ist es gesetzlich geregelt: Gentechnisch veränderte Zutaten müssen deutlich gekennzeichnet werden.

Veganer sind da fein raus: Ihre Wahrscheinlichkeit, unwissentlich genmanipulierte Pflanzen zu essen ist verschwindend gering. Auch unser Minutenbrot enthält rein natürliche Zutaten und ist frei von gentechnisch verändertem Soja.

Allein bei tierischen Produkten ist Vorsicht geboten: Das Tier könnte mit genetisch veränderten Pflanzen wie Mais, Raps und Soja gefüttert worden sein. Hier hilft nur: Zur Bioware greifen!

 

Mythos oder Fakt: Soja verweiblicht den Mann

Mythos!  Der Sojakonsum gilt unabhängig vom Geschlecht als empfehlenswert.

Die Sojabohne ist voll mit wertvollen sekundären Pflanzenstoffen, den sogenannten Isoflavonen. Diese zählen zur Gruppe der Phytoöstrogene, welche in der Tat mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen verwandt sind. Aber keine Sorge: Soja hat keinerlei negative Auswirkungen auf den Testosteronspiegel von Männern. Die Aussagen, Soja würde zum Wachstum von Brüsten beim Mann oder gar dessen Unfruchtbarkeit führen, sind schlichtweg falsch.

 

Mythos oder Fakt: Rohe Sojabohnen hemmen unsere Verdauung

Fakt! Wie alle Hülsenfrüchte enthalten rohe Sojabohnen Protease-Inhibitoren, welche die eiweißspaltenden Enzyme in unserem Magen hemmen können. Dies erschwert unsere Verdauung. Jedoch mögen die Protease-Inhibitoren in der Sojabohne keine Hitze und werden bei der Verarbeitung inaktiviert. Aus diesem Grund werden alle Sojaprodukte bei der Herstellung erhitzt und die Protease-Inhibitoren spielen so im Endprodukt keine Rolle mehr.

Allerdings gilt: Sojabohnen sollten nicht roh gegessen werden.

 

Mythos oder Fakt: Soja enthält Vitamin B12

Es wäre zu schön, aber leider handelt es sich hierbei um einen Mythos. Die Vitamin B12 Zufuhr kann rein durch tierische Produkte wie Milch, Eier, Fisch oder Fleisch gedeckt werden. Das Vitamin ist in keinem pflanzlichen Lebensmittel in nennenswerten Mengen enthalten. Insbesondere in der veganen Ernährung sollte eine Supplementation des Vitamin B12 erfolgen, um einem Mangel entgegenzuwirken.

 

Fazit:

Soja überzeugt in vielerlei Hinsicht: Zum einen durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, zum anderen durch seine wertvollen Inhaltsstoffen. Die Hülsenfrucht dient als wertvolle Proteinquelle und versorgt uns mit einer Menge wichtiger Nährstoffe.

Auch in unserem Minutenbrot setzen wir auf Soja. Warum? Es perfektioniert unser gewünschtes Nährstoffprofil für jedes unserer Produkte. Dabei ist es völlig cholesterinfrei, dafür aber sehr ballaststoffreich. Ein weiterer Vorteil: Es erhöht den Proteinanteil unserer Brote enorm ohne den Einsatz von tierischen Zutaten. So bleibt das Minutenbrot ein rein pflanzliches und natürliches Produkt.

 

 

Quellen.

Deutsches Krebsforschungszentrum (2019): Soja und Brustkrebs. Müssen Brustkrebspatientinnen Sojaprodukte meiden?

https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2019/fk08-soja-brustkrebs-ernaehrung-phytooestrogen.php

Mörixbauer, A.: Soja, Sojaisoflavone und gesundheitliche Auswirkungen Teil 1, Ernährungsumschau (3/2019)

https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2019/03_19/EU03_2019_M160-M169.pdf

Mörixbauer, A: Soja, Sojaisoflavone und gesundheitliche Auswirkungen Teil 2

https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2019/06_19/M354_M362_EU06_2019_getrennt.pdf

Messina, Mark: Soybean isoflavone exposure does not have feminizing effects on men: a critical examination of the clinical evidence, May 1, 2010, Volume 93, Issue 7, Pages 2095–2104

Bruce J. Trock, Leena Hilakivi-Clarke, Robert Clarke, Meta-Analysis of Soy Intake and Breast Cancer Risk, JNCI: Journal of the National Cancer Institute, Volume 98, Issue 7, 5 April 2006